Mikroplastik im Trinkwasser: Was die Wissenschaft wirklich sagt
Die WHO schätzt, dass wir bis zu 5 g Plastik pro Woche aufnehmen. Muss man sich Sorgen machen? Was lässt sich konkret tun? Ein klarer Überblick.

Eine Studie der Universität Newcastle, 2019 vom WWF aufgegriffen, schätzte, dass wir im Schnitt 5 Gramm Mikroplastik pro Woche aufnehmen – so viel wie eine Kreditkarte. Neuere Studien präzisieren diese Zahlen, doch der Befund bleibt: Mikroplastik ist überall, auch im Wasser.
Woher stammt es?
- Abrieb von Autoreifen (Hauptquelle in Oberflächengewässern)
- Waschen synthetischer Kleidung (Fasern < 5 mm)
- Zersetzung von Plastikverpackungen
- PET-Flaschen: direkte Freisetzung bei Lagerung und Hitzeeinwirkung
Flaschenwasser enthält mehr als Leitungswasser
Eine 2024 in PNAS veröffentlichte Studie (Columbia University) wies durchschnittlich 240 000 Plastikpartikel pro Liter Flaschenwasser nach – 10- bis 100-mal mehr als bisher angenommen. Leitungswasser enthält deutlich weniger, aber nicht null.
Die aktuellen Empfehlungen
In ihrem Bericht von 2022 stuft die WHO die Gesundheitsrisiken von Mikroplastik im Trinkwasser bei den heutigen Werten als «gering» ein, fordert jedoch mehr Forschung. Das Vorsorgeprinzip bleibt angezeigt.
Filtern senkt die Belastung
Ein Keramikfilter mit 0,5 Mikrometern hält den Grossteil des sichtbaren Mikroplastiks und der Fragmente oberhalb dieser Grösse zurück. Zusammen mit Aktivkohle bindet er auch einen Teil der Nanoplastik durch Adsorption. Kein Wundermittel, aber ein einfacher Schritt, der die tägliche Belastung senkt.
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