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Technologie

Keramik-Wasserfilter: Wie funktioniert er wirklich?

Hinter seiner glatten Oberfläche ist der Keramikfilter eine echte physikalische Barriere von 0,5 Mikrometern. So verwandelt er Leitungswasser.

22. Mai 2026 5 Min. Lesezeit
Schnittansicht einer Keramikfilterkartusche mit Aktivkohlekern

Die Keramikfiltration gibt es seit dem 19. Jahrhundert – der britische Ingenieur Henry Doulton legte 1827 die Grundlagen. Heute ist sie eine der wirksamsten Technologien, um Wasser direkt am Wasserhahn aufzubereiten.

Das Prinzip: eine Porosität von 0,5 Mikrometern

Die Keramikkartusche besteht aus bei hoher Temperatur gesintertem Kieselgur. Ihre poröse Struktur lässt Wassermoleküle passieren, blockiert aber alles über 0,5 Mikrometer: Sedimente, Rostpartikel, Parasitenzysten und sogar bestimmte Bakterien wie E. coli.

Die Rolle der Aktivkohle

Im Inneren der Keramik befindet sich ein Kern aus Aktivkohle, gewonnen aus verkohlten Kokosnussschalen. Diese Kohle bindet durch Adsorption:

  • Restchlor und Chloramine (verantwortlich für den Schwimmbadgeschmack)
  • Flüchtige organische Verbindungen (VOC)
  • Bestimmte Pestizide und Arzneimittelrückstände
  • Mikroplastik bis 1 Mikrometer

Was der Filter nicht leistet

Der Ehrlichkeit halber: Ein Keramikfilter am Wasserhahn entfernt weder Nitrate noch gelöste Schwermetalle noch gelösten Kalk. Für diese spezifischen Probleme braucht es andere Technologien (Umkehrosmose, Ionenaustauscher). Für 95 % des Alltagsbedarfs in der Schweiz genügen Keramik und Aktivkohle jedoch bei Weitem.

Pflege und Lebensdauer

Die Kartusche wird unter fliessendem Wasser mit einer weichen Bürste gereinigt. Eine Standardkartusche filtert rund 6 000 Liter, also 3 bis 6 Monate für eine Familie. Kein Strom, kein Wasserverlust, kein Plastik, das jeden Monat weggeworfen wird.

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